Was ist wirklich typisch weiblich?
Oft hinterfragt, aber nie wirklich verstanden: Die Eigenarten der Frau. Es gibt viele Dinge, die ganz einfach als „typisch Frau“ abgestempelt werden. Aber sind sie das auch?

„Spieglein, Spieglein an der Wand…
… wer ist die schönste im ganzen Land?“ Frauen kommen um den Blick in den Spiegel so gut wie nie herum, ganze fünf Tage im Jahr verbringen sie damit, sich selbst zu betrachten. Ob nun der Rückspiegel an der roten Ampel herhalten muss oder der kleine Klappspiegel aus der Handtasche: Frau wird nervös, wenn sie nicht kontrollieren kann, ob Makeup und Frisur noch sitzen. Auch im Bad halten sich Frauen im Durchschnitt länger auf als Männer. Während Er nur duscht, die Zähne putz und sich rasiert, muss Sie sich noch schminken und frisieren. Aber eines steht fest: Männer sind mindestens genauso eitel. Sie sind es nur heimlich. Sich in der Öffentlichkeit die Haare zu kämmen wäre ja völlig peinlich und unmännlich. Aber Eitelkeit ist nicht das einzige Klischee, das sofort mit Frauen verbunden wird.
Klischee oder Vorurteil?
„Du kannst nicht Auto fahren!“ ist ein Satz, den sich wahrscheinlich jede Frau schon einmal anhören musste. Nun gut, manche Frauen tun sich vor allem beim Einparken schwer. Aber nur, weil Frau erst nach gefühlten 23 Lenkbewegungen in einer Parklücke steht, heißt das nicht, dass sie auch eine schlechte Fahrerin ist. Ganz im Gegenteil: Studien beweisen, dass Frauen nicht schlechter fahren als Männer, sondern einfach defensiver. Zwei Drittel aller Autounfälle mit Verletzungsfolgen gehen auf das Konto der Männer.
Das Quasselstrippen-Klischee ist allerdings nicht so einfach aus der Welt zu schaffen. Egal ob mit der Arbeitskollegen, Mutter oder besten Freundin: Frauen lassen die Telefonleitungen heiß laufen. Während Männer sich auf das wichtigste beschränken und ihr Gespräch nach ein paar Minuten beenden, reden Frauen über Gott und die Welt – gerne auch mal mehrere Stunden lang. Probleme besprechen, sich gegenseitig trösten oder einfach mal ein bisschen ablästern – Frauen haben sich am Telefon einfach viel mehr zu sagen.
Auch das Bild vom sensiblen Geschlecht ist nicht zu bestreiten: Im Schnitt vergießen Frauen fünfmal mehr Tränen als Männer. Doch das liegt keinesfalls an ständigen Gefühlsschwankungen oder einer anfälligen Psyche. Verantwortlich dafür ist das Hormon Prolaktin. Im weiblichen Körper ist der Prolaktinanteil um 60 Prozent höher als im Körper eines Mannes. Kein Wunder also, dass Frauen näher am Wasser gebaut sind.
Sicher ist: Mann und Frau unterscheiden sich nicht nur im Aussehen. Die Art, wie beide Geschlechter die Dinge in die Hand nehmen, ist für den jeweils anderen nicht immer leicht nachzuvollziehen. Aber das ist auch gut so, denn das Leben bleibt spannend, wenn man nicht alles wissen kann.
Bildquelle: Patrizia Tilly – Fotolia.com


16. August 2010 
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